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Sounds of Speed: Automobiles Crescendo Furioso am Salzburgring
Ein hochkarätiges Starterfeld begeisterte auch bei der achten Ausgabe der ADAC Salzburgring Classic Fans und Freunde alter Technik und rasanter Formen. Rund 250 Oldie-Piloten genossen flotte Runden auf dem Traditionskurs vor den Toren Salzburgs.
München/Salzburgring. Petrus erwies sich auch in diesem Jahr nicht als großer Oldtimer-Fan, denn erneut schickte er gewaltige Regenmassen an den Salzburgring, just als die Oldie-Gemeinde sich zu den „Sounds of Speed“ im Fahrerlager einzurichten begann. Und auch am Samstag, traditionell der Fahrtag der ADAC Salzburgring Classic, hielt sich das frische Nass nicht allzu lange in den Höhen rund um den Gipfel des Nockstein. Was vor acht Jahren als überschaubarer, kleiner Oldie-Treff mit reichlich Fahren auf dem Ring begann, hat sich inzwischen als allseits beliebte, feste Größe im Veranstaltungskalender der Oldtimer-Szene etabliert. Dabei spricht die Salzburgring Classic nicht nur Besitzer echter Rennwagen an, sondern ganz speziell auch all diejenigen, die ihren „ganz normalen“ Oldtimer einmal auf einer Rennstrecke ausführen möchten. Und so präsentierten sich am letzten August-Samstag, seit jeher Fix-Termin der Sounds of Speed, erneut prall gefüllte Starterfelder.
Eingeteilt nach Tempo und Leistung in insgesamt sechs Gruppen, bot die Salzburgring Classic auch in diesem Jahr wieder jedem seine Spielwiese, und so wurde fleißig und mit viel Spaß um den Kurs geheizt. Die Freude war ihnen allen schon von weitem anzumerken, nicht nur den heißen NSU TTs, die mit ihren frech aufgestellten Motorhauben direkt in die Herzen der Zuschauen sausten. Aus der luftgekühlten Fraktion beteiligte sich in diesem Jahr auch eine ganze Armada von „frisierten“ VW Käfern, so viele, wie noch nie bei den Sounds of Speed. Sie ließen die alten Zeiten des „Käfer-Cups“ wieder aufleben, dessen Geschichte eng mit dem Salzburgring verbunden war, fand doch seinerzeit auch das allererste Rundstreckenrennen der flotten Krabbler ebenfalls auf der Highspeed-Strecke im Nesselgraben statt. Einige der Renn-Herbies boten gar in der stärksten Gruppe den zweisitzigen Rennsportwagen wie der ultraflachen Lola und den leistungsstarken Porsche 911, den stets erfolgreichen BMW 02 oder gar dem M1 Paroli. Als eins der absoluten Highlights in dieser Gruppe stand der schwarze Shadow MkI im Rampenlicht, einer der markantesten Hubraum-Boliden der spektakulären Can-Am-Rennserie der Siebzigerjahre — erstmals live am Salzburgring. Leider kam ein Start angesichts der widrigen Witterungsverhältnisse nicht in Frage, immerhin aber gab der Chevy V8 Big Block des ultraflachen US-Brenners im Fahrerlager eine beeindruckende, akustische Kostprobe.
Auch in der Formelklasse galt es eine Premiere zu feiern: Formel 1 Rennwagen finden sich ja seit jeher im Starterfeld der Salzburgring Classic, noch nie aber war ein Ferrari darunter. Edelmetall aus Maranello gab es freilich in den vergangen Jahren immer wieder zu bestaunen, ein Exponat aus der Formel-Königsklasse allerdings noch nicht. Diesmal kamen dafür gleich drei. Einer davon erfüllte der elfjährigen Jennifer aus Salzburg einen Herzenswunsch: einmal in einem echten Ferrari Formel 1 zu sitzen. Die österreichische Stiftung Kindertraum hatte für das schwerkranke Mädchen diese Aktion eingefädelt.
Eine nette Geste hatte sich einer der Glas GT-Fahrer einfallen lassen. Er präsentierte sein Sport-Coupé in exakt der gleichen Aufmachung mit der kantig aufgemalten Startnummer 117, wie sie auf dem historischen Titelbild der Sounds of Speed in der Startaufstellung zu sehen ist.
Auch die kleine, aber feine Gruppe der ganz alten Mobile erfreute die Fans und Besucher wie in jedem Jahr: Der Lagonda Rapier von 1935 und der 4 1/4 Litre Bentley von 1936. Aus der unmittelbaren Nachkriegszeit stammen die Veritas RS, der „Große Werkmeister“ oder der „Straubel Intertype“, allesamt aufbauend auf der Technik der Vorkriegsikone BMW 328. Ein weiteres Juwel der Rennsportgeschichte stach in Ohr und Auge: der Borgward RS aus dem Jahr 1957, damals gefürchteter Rivale der 550er Porsche-Spyder. Und wenn wir schon bei Rennsport-Ikonen sind: Der Ex-Steve-McQueen Porsche 908 war ebenfalls wieder am Start, diesmal in neuer, dunkelblauer Lackierung. Auch der 910 aus gleichem Hause, hier in strahlendem Weiß, gilt unter Fans nicht weniger. Freunden klassischer Rennsportwagen schleicht beim Namen Chevron B16 ebenso ein feiner Schauer den Rücken hoch. Bei der Salzburgring Classic war einer im Original zu erleben. Und auch den kleinen Piper P2 gibt es nicht alle Tage zu sehen.
Runde Geburtstage standen ebenfalls an: Zahlreiche Alfa Romeos, Giulias und Bertones, GTA und Giulietta, Zagato und 1900 zelebrierten den Hundertjährigen ihrer Marke. Lediglich der Montreal ließ sich entschuldigen, er war unpässlich. Immerhin ein Dreiviertel Jahrhundert alt ist mittlerweile die Marke Jaguar. Mark II und E-Type zündeten zum Jubiläum auf dem Ring die Kerzen an.
Immer einen Grund zum Feiern, auch wenn gerade kein Jubiläum ansteht, finden die Freunde der US-Cars. Sie kamen auch in diesem Jahr wieder reichlich auf ihre Kosten. Ob nun Corvette oder Camaro, Mustang oder Bel Air, nahezu alle Marken waren mit ihren sportlichen Ablegern vertreten. Sonst eher als Einzelgänger unterwegs wie ihr Namenspatron, traten die Sunbeam Tiger diesmal gar im Rudel auf. Die rassigen Sportroadster mit bulligen V8-Motoren und ebensolchem Sound boten sich einen herzerfrischenden Kampf um die Beute.
Die wird bei der Salzburgring Classic allerdings nicht in Form von Pokalen für schnelle Rundenzeiten ausgegeben. Vielmehr kommt es für die Wertung der „Sounds of Speed-Trophy“ auf Kriterien wie Seltenheit und Erhaltungszustand der Fahrzeuge an, auf den Sound der Motoren und auf den Fahrstil der Piloten. Eine fachkundige Jury bildet sich in den vielen Läufen dieses Tages ihr Urteil. Am Schluss ging der Siegerlorbeer an Karl Schober aus Altusried mit seinem 1935er Lagonda Rapier, der kleine Sportwagen der britischen Edelschmiede.
Gründe genug, sich für‘s nächste Jahr den letzten August-Samstag (den 27.8.) schon jetzt im Kalender zu markieren.

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